Die Stimmung unter den deutschen Immobilienfinanzierern trübt sich ein, doch das sogenannte Zinsbarometer, das die Beurteilung von 120 Experten spiegelt, zeigt noch einen ausgeglichenen Markt an. Entscheidend für die Zinsentwicklung sind die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank, dessen Chef mit einigen Äußerungen gerade für Unruhe gesorgt hat. Die Rufe nach Zinserhöhung und dem Stopp des Anleihekaufprogramms werden lauter. Das ist alles Psychologie, meinen die Fachleute, denn fundamentale, wirtschaftliche Veränderungen gäbe es bislang nicht. Dennoch steigt die Erwartung einer Zinserhöhung. DIE WELT geht davon aus, dass die „Zinsfalle bei Immobilien“ bald zuschnappen könnte, denn „Der Übergang in die neue Zinswelt kommt schleichend“. Das Forschungsinstitut empirica hält den aktuellen Anstieg für gering, „wir hatten immer wieder mal Aufwärtsbewegungen“, er könne aber auch „der berühmte Anfang vom Ende“ sein. Die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen sind nur sinnvoll, solange die Konjunktur schwächelt und die Inflation niedrig ist. Steigende Preise, eine wachsende Wirtschaft und geklärte Verhältnisse nach der Bundestagswahl könnten die Hypothekenzinsen aber bald steigen lassen. Wer über ein Darlehen verfügt, das bald ausläuft oder wessen Hypothekendarlehen bereits länger als zehn Jahre läuft, ist gut beraten, die Anschlussfinanzierung auf den Weg zu bringen. Die Stiftung Finanztest hat 79 Angebote für Anschlusskredite über 150.000 Euro eingeholt. Danach ist ein Kredit mit zehn Jahren Zinsbindung für unter ein Prozent zu haben, der Topzins für eine 15-jährige Laufzeit lag Ende Juli bei 1,26 Prozent. Der Zinsunterschied zwischen den günstigsten und den teuersten Angeboten beträgt 15.000 Euro. Unter den ermittelten Angeboten sind auch Forwarddarlehen, die erst in zwei, drei oder vier Jahren die Restschuld des bestehenden Darlehens ablösen. Forwarddarlehen sind teurer, können sich aber bei den vermuteten Zinssteigerungen trotzdem lohnen.