Die bei den politischen Parteien unterschiedlich bewertete Mietpreisbremse gilt seit Juni 2015. Praktiker halten sie inzwischen für gescheitert. Das Forschungsinstitut empirica hat die Mietpreisbremse erstmals unter Berücksichtigung von Vormieten evaluiert. Danach verstoßen weniger Vermieter gegen die Mietpreisbremse  – nur etwa 50 Prozent – als andere Studien behaupten. Die Studie belegt außerdem, dass ein Mietanstieg selbst dann nicht ausgeschlossen wäre, wenn sich alle an die Mietpreisbremse halten. Es gäbe überdies keinerlei verfügbare Daten, aus denen sich eine durchschnittliche legale Sollmiete ableiten ließe. Finale Aussagen zur Wirkungsweise der Mietpreisbremse seien daher nicht möglich.
In die Berechnung einer angemessenen Miete fließen viele nicht erfassbare Faktoren ein, auf die die Mietpreisbremse keinen Einfluss nehmen kann. Wie sich die Mieten tatsächlich entwickelt haben, geht aus einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor. Danach geht die Schere zwischen Stadt und Land deutschlandweit immer weiter auseinander: Die Neuvertragsmieten für Wohnungen sind im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um durchschnittlich 4,4 Prozent gestiegen – auf 7,90 Euro pro Quadratmeter. Großstädte über 500.000 Einwohner verzeichneten mit 5,6 Prozent auf 10,39 Euro pro Quadratmeter den größten Preisanstieg. In den ländlichen Kreisen stiegen die Mieten nur um 3,4 Prozent auf 6,03 Euro pro Quadratmeter.
Spitzenreiter bleibt München, dort wurden Wohnungen im ersten Halbjahr 2017 durchschnittlich für 16,40 Euro pro Quadratmeter angeboten, in Frankfurt am Main für 12,95 Euro, in Stuttgart für 12,44 Euro, in Freiburg für 11,82 Euro und in Hamburg für 11,02 Euro. Wohnungssuchende abseits der Ballungsräume wohnen günstiger; in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Wunsiedel werden Wohnungen im Schnitt für unter 4,40 Euro pro Quadratmeter angeboten.