Wer Zahlen und Statistiken zu lesen weiß, kann eins und eins zusammenzählen. Noch im vergangenen Jahr überraschte das Bauhauptgewerbe mit zweistelligen Zuwächsen und sorgte für Zuversicht auf dem engen Wohnungsmarkt, denn den Fachleuten ist klar: Alle politischen Maßnahmen und Förderungen können nur etwas bewirken, wenn auch wirklich neue Wohnungen entstehen.

Das Motto muss also heißen: bauen, bauen, bauen. Doch was geschieht? In den jüngsten Monaten sahen die Zahlen des statistischen Bundesamt längst nicht mehr so gut aus, wie vor einem Jahr und überhaupt nicht so gut, wie es angesichts der immer noch guten Finanzierungsbedingungen sein könnte.

Der Umsatz im Bauhauptgewerbe sackte im Dezember 2017 im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 1,8 Prozent ins Minus. Dabei waren die vorangegangenen Ergebnisse durchaus vielversprechend gewesen. Im November lag der Umsatz noch bei plus 8,5 Prozent. Im Mai betrug er sogar plus 12,8 Prozent und im März hatte er noch bei sagenhaften plus 14,3 Prozent gelegen. Mit einem durchschnittlichen Anstieg von 5,0 Prozent gegenüber 2016 hat sich im ganzen Jahr 2017 der Jahresumsatz im Bauhauptgewerbe jedoch zum fünften Mal in Folge erhöht.

Schwankungen sind normal, doch die Zahlen lassen für die Zukunft nicht gerade auf Besserung hoffen. Die Fertigstellungszahlen stiegen seit dem Tiefststand von 136.518 Wohnungen im Jahr 2009 kontinuierlich von Jahr zu Jahr. Zwar erreichten sie nie nicht die geforderte Zahl von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr, doch 2016 wurden immerhin neue 235.658 Wohnungen fertig.

Dagegen sanken die Genehmigungszahlen im Jahr 2017 von Monat zu Monat – im ganzen Jahr 2017 insgesamt um minus 7,3 Prozent gegenüber Vorjahreszeitraum. Wer eins und eins zusammen zählen kann – siehe oben – weiß, dass Wohnungen nicht gebaut werden, wenn sie zuvor nicht genehmigt wurden ...