Um- und Ausbauten, Erweiterungen oder Modernisieren stehen besonders bei älteren Häusern oft auf der Tagesordnung der Eigentümerversammlung. Dabei kann es sich um den Ausbau oder die Aufstockung des Dachgeschosses handeln, die Sanierung der Fassade oder die Herstellung eines Gemeinschaftsraumes. Ob die Zustimmung zu baulichen Veränderungen erforderlich ist oder nicht, hängt davon ab, ob einzelnen, mehreren oder allen Eigentümern durch die Maßnahme ein Nachteil entsteht, der über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinausgeht.

Grundsätzlich gilt: Bauliche Veränderungen und Aufwendungen, die über die ordnungsmäßige Instandhaltung und Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums hinausgehen, können beschlossen oder verlangt werden, wenn jeder Wohnungseigentümer zustimmt, dessen Rechte beeinträchtigt werden (§ 22 Abs. 1 Satz 1 WEG). Die Zustimmung zu diesen Maßnahmen ist nicht erforderlich (§ 22 Abs. 1 Satz 2 WEG), wenn die Rechte eines Wohnungseigentümers keine Beeinträchtigung erfahren.

Wird beispielsweise das Erscheinungsbild eines Mehrfamilienhauses durch eine Baumaßnahme negativ beeinträchtigt, müssen alle Eigentümer zustimmen. Im einem konkreten Fall (AG Schöneberg, 01.12.2016, 772 C 91/15) wollte ein Eigentümer ein bestehendes Dachgaubenfenster durch ein dreiflügeliges Fensterelement umgestalten. In der Eigentümerversammlung sprach sich eine Mehrheit, nicht die Gesamtheit, der Wohnungseigentümer für die Baumaßnahme aus. Die Gemeinschaft war sich gleichzeitig darüber einig, dass die Umgestaltung den optischen Gesamteindruck negativ beeinflusst. Damit widersprach der Beschluss den Grundsätzen ordnungsgemäßer Verwaltung und war ungültig. Eine optische Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes eines Mehrfamilienhauses betrifft in der Regel – gerade wenn es sich dabei um Änderungen an der Außenfassade handelt – alle Eigentümer gleichermaßen. Deshalb müssen sich auch alle Eigentümer mit ihr einverstanden erklären.