Die Wohnnutzung eines Sondereigentums, das als Teileigentum definiert ist, kann zulässig sein. Dabei kommt es darauf an, ob die anderen Eigentümer durch eine Wohnnutzung stärker beeinträchtigt werden, als durch die erlaubte Gewerbenutzung. Im einem konkreten Fall, den das Landgericht München (LG München I, 12.05.2016, 36 S 6246/15) verhandelt hat, wäre ein Gaststättenbetrieb oder der Betrieb eines Fitnesscenters möglich gewesen. In der Teilungserklärung gab es keinerlei weitere Einschränkungen hinsichtlich der Art des Gewerbes. Daraus ergibt sich, dass eine ganze Reihe erlaubter Nutzungsarten die Einwohner des Gebäudes durch Publikumsverkehr, Lärm und Gerüche stärker belasten würden, als die Nutzung als Wohnung. Das Gericht entschied daher, dass die Einrichtung einer Wohnung möglich ist und stellte klar: Es kommt ganz maßgeblich auf die Auswirkungen der erlaubten und der geplanten Nutzung an. Werden die anderen Eigentümer durch eine Wohnung weniger beeinträchtigt als durch eine mögliche und erlaubte gewerbliche Nutzung, so dürfen sie die weniger belastende Nutzung nicht untersagen. Hintergrund: Wohnungseigentümer sind Mitglied einer Wohnungseigentümergemeinschaft. Sie verfügen jeweils über ein bestimmtes Sondereigentum, das als Wohnungs- oder Teileigentum im Wohnungsgrundbuch eingetragen ist. Maßgeblich für die Nutzung des Sondereigentums ist die Teilungserklärung. Diese regelt die gegenständliche und räumliche Abgrenzung sowie die Zuordnung der Grundstücks- und Gebäudeteile zum Sonder- und Gemeinschaftseigentum. Teileigentum ist ein Sondereigentum an Räumen, die nicht Wohnzwecken dienen. Die gesetzliche Definition des Begriffes Teileigentum enthält eine vorgegebene Zweckbestimmung, nämlich die Nutzung für Nicht-Wohnzwecke und damit allgemein für jede gewerbliche Nutzung, zum Beispiel als Laden, Büro, Keller, Bodenraum oder als Garage.