Mehr als jeder zweite Deutsche würde gern in einem Mehrgenerationenhaus wohnen und 39 Prozent können sich gut vorstellen, mit Gleichgesinnten eine Alters-WG zu gründen. 57 Prozent der Frauen und 46 Prozent der Männer favorisieren im Ruhestand ein Leben in einem Mehrgenerationenhaus gegenüber konventionellen Wohnformen.

In einem Mehrgenerationenhaus wohnen Menschen aus allen Generationen unter einem Dach, begegnen sich, verbringen ihre Freizeit miteinander und helfen einander. Familien mit Kindern und Senioren unterstützen sich gegenseitig und profitieren vom Erfahrungsschatz der anderen.

Die Politik hat diesen Wohntrend erkannt und fördert seit 2017 über 500 Mehrgenerationenhäuser mit einem speziellen Bundesprogramm. Bis zu 40.000 Euro Förderung sind möglich, ein weiterer Ausbau des Programms ist Teil des Koalitionsvertrages der neuen Bundesregierung.

Bei der Durchführung eines solchen Projektes kann ein kompetenter Architekt die verschiedenen Interessen und Bedürfnisse ermitteln, Kompromisse vorschlagen und neue Ideen einbringen. Getrennte Wohneinheiten sind beim Planen des Baus genauso wichtig wie Räume, die von allen genutzt werden.

Bei der Finanzierung sind verschiedene Modelle denkbar. Je mehr Miteigentümer im Grundbuch stehen, desto problematischer kann es werden, wenn die Konstellation im Haus sich ändert, Bewohner ausziehen, versterben oder ihre Anteile veräußern wollen. Darum kann es sinnvoll sein, wenn einer allein den Neu- oder Umbau finanziert und die anderen zur Miete wohnen. So lassen sich zum Beispiel Kosten wie Schuldzinsen, Grundsteuer und Versicherungsbeiträge als Werbungskosten beim Finanzamt geltend machen. Über eine gemeinsame Hausordnung kann das Zusammenleben geregelt werden. Zusätzlich helfen Vorverkaufsrechte und ein Testament, die Zukunft der Mitbewohner zu sichern.