Staat fördert energetische Sanierung privaten Wohnraums

Der Schutz des Klimas ist eine große, globale Herausforderung. Um die selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen, hat der Gesetzgeber im Rahmen des Gesetzes zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 mit der Einführung des  § 35c EStG eine steuerliche Förderung für energetische Sanierungsmaßnahmen von zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden (begünstigtes Objekt) verabschiedet. Wir stellen Ihnen nachfolgend die Kernpunkte der neuen Steuerermäßigung vor.

Steuerlich begünstigte Maßnahme
Eine steuerliche Förderung ist für die folgenden energetischen Maßnahmen vorgesehen:
1.    Wärmedämmung von Wänden
2.    Wärmedämmung von Dachflächen
3.    Wärmedämmung von Geschossdecken
4.    Erneuerung der Fenster oder Außentüren
5.    Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
6.    Erneuerung der Heizungsanlage
7.    Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung und
8.    Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind.

Steuerliche Begünstigung
Der maximal förderungsfähige Gesamtbetrag der Aufwendungen für energetische Maßnahmen je Objekt beträgt 20 % der Aufwendungen, maximal insgesamt 40.000 Euro.
Auf Antrag ermäßigt sich sodann die tarifliche Einkommensteuer in dem Jahr des Abschlusses der Maßnahme und im folgenden Kalenderjahr um 7 % der Aufwendungen – höchstens jeweils 14.000 Euro (7 % von max. 200.000 Euro) – sowie in dem darauffolgenden Jahr um 6 % der Aufwendungen – höchstens um 12.000 Euro (6 % von max. 200.000 Euro).
Wurde für die Planung ein nach BAFA als fachlich qualifiziert eingestufter Energieberater hinzugezogen sind die Kosten für den Energieberater unabhängig von der 40.000 Euro-Grenze voll abzugsfähig.

Beispiel
Es wurde eine energetische Sanierungsmaßnahme in Höhe von 80.000 Euro in 2020 ausgeführt. Die übrigen Voraussetzungen des § 35c EStG liegen vor.
Ermäßigung tarifliche ESt in % / €:
2020 = 7 % / 5.600 €                                                                                                              
2021 = 7 % / 5.600 €
2022 = 6 % / 4.800 €
Wesentlicher Vorteil, im Vergleich zur Steuerermäßigung nach § 35a EStG, ist die Abzugsfähigkeit der Lohn- und Materialkosten.
Ziehen Sie bei Bedarf Ihren Steuerberater hinzu.