Kaufen fast überall in Deutschland günstiger als mieten – Eigentumsquote stagniert

Der aktuelle ACCENTRO Wohnkostenreport bestätigt: Fast überall in Deutschland ist es günstiger, Wohnimmobilien zu kaufen als zu mieten. Und: Wohneigentum ist weiterhin die beste Form der Altersvorsorge.

Die Studie verwendet den sogenannten Wohnnutzerkostenansatz, der die Mietkosten mit den regelmäßig anfallenden Kosten, die ein Wohneigentümer aufbringen muss, vergleicht. Mit Hilfe dieser Methode ist es möglich, die relative Vorteilhaftigkeit von Wohneigentum gegenüber Mieten zu bestimmen. Im bundesdeutschen Durchschnitt beträgt die Vorteilhaftigkeit von Wohneigentum 48,5 Prozent. Sogar in den Metropolen, in denen die Kaufpreise in den vergangenen Jahren stark stiegen, erweist sich laut Studie die Vorteilhaftigkeit von Wohneigentum: „In Berlin ist Wohnen im Eigentum aktuell rund 35 Prozent günstiger als Mieten, in Hamburg sind es beispielsweise 43 Prozent.“ Die Ursachen dafür liegen nach Darstellung des Instituts der deutschen Wirtschaft an der Kombination aus ebenso steigenden Mietpreisen und den immer noch sehr günstigen Bedingungen am Markt für Hypothekendarlehen.

Die niedrigen Zinsen haben dazu geführt, dass die laufenden Kosten für Wohneigentümer relativ zu den Mieten zwischen 2018 und 2019 gefallen sind. Diese Entwicklung betrifft fast alle deutschen Kreise. Die Kaufpreise für Wohnimmobilien sind nicht in dem Maße gestiegen, wie die Zinsen gefallen sind.

Die Corona-Krise und die damit verbundenen Wirkungen für den Wohnungsmarkt sind zwischen den Regionen ungleich verteilt. Im Süden Deutschlands seien die Risiken für Preisanpassungen bei Wohnimmobilien laut IW-Institut sehr hoch. Im Osten Deutschlands seien dagegen weitere Mietsteigerungen und damit auch Preissteigerungen wahrscheinlich.

Anteil und Anzahl der privaten Vermieter sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Haushalte haben die günstigen Finanzierungsbedingungen der letzten Jahre offenbar genutzt. Die Eigentumsquote hat sich dadurch jedoch nicht wesentlich verändert. Sie liegt in Deutschland immer noch deutlich unter 50 %.