In der vergangenen Legislaturperiode hatte Deutschland kein eigenes Bauministerium, sondern stattdessen das Superministerium des Innern, für Bau und Heimat, das Horst Seehofer bekleidete. Bei der Fülle seiner Aufgaben setzte der ehemalige Minister aus Bayern seine Schwerpunkte eher im Bereich Inneres und Heimat. In der neuen Regierung gibt es nun endlich wieder ein eigenes Ressort für Bauen.

Das neue Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hat seine Arbeit mit Antritt der neuen Regierung am 8. Dezember 2021 aufgenommen. Zur Zuständigkeit des neuen Ministeriums gehören die Bereiche Bauwesen, Bauwirtschaft und Bundesbauten, Stadtentwicklung, Stadtentwicklungsprogramme, Wohnen sowie Raumordnung, Regionalpolitik und Landesplanung.

 

Das Ministerium wird von Klara Geywitz geleitet. Die Bundesbauministerin wurde 1976 in Potsdam geboren, ist seit 1995 Mitglied der SPD, verheiratet und hat drei Kinder. Sie absolvierte ein Studium der Politikwissenschaft an der Universität Potsdam, das sie 2002 mit dem Diplom abschloss. Sie hatte in den vergangenen Jahren verschiedene Ämter im Brandenburger Landtag und in ihrer Partei inne. Seit 2019 ist sie zudem stellvertretende SPD-Parteivorsitzende.

 

Das wichtigste Ziel der neuen Regierung ist es, den Wohnungsbau massiv auszuweiten.

 

Bei ihrem Amtsantritt sagte Klara Geywitz: „Wir haben uns Gewaltiges vorgenommen. Wir wollen 400.000 Wohnungen bauen, jedes Jahr. Und wenn wir gleichzeitig die Klimaziele erreichen wollen, müssen wir das klimagerecht machen.“

 

Das Regierungsprogramm enthält zahlreiche Abschnitte zu wohnungswirtschaftlichen Themen. Die Schwerpunkte bilden Digitalisierung, Entbürokratisierung und serielles Bauen. Beim Neubau soll die lineare Abschreibung von zwei auf drei Prozent angehoben werden. Neubauten sollen dem KfW-Effizienzhaus-Standard 40 entsprechen. Bei Sanierung und Umbau muss der Standard des Effizienzhaus 70 eingehalten werden. Das Gebäudeenergiegesetz soll stärker dazu beitragen, die Klimaziele zu erreichen.