Die Zahl der Finanzierungen erreicht in Deutschland ein neues Rekordniveau. Die Darlehenshöhe steigt seit dem Frühjahr kontinuierlich an. Im Juni durchbrach sie die 250.000-Euro-Marke. Umso wichtiger ist es, bei der Immobilienfinanzierung alles richtig zu machen.
Banken staffeln ihre Zinssätze nach dem Beleihungsauslauf. Das ist der Anteil des Kredits am Immobilienwert. Beste Konditionen gelten meist nur bis zu 50 oder 60 Prozent des Kaufpreises. Für alles, was darüber liegt, wird ein Aufschlag auf das gesamte Darlehen berechnet. Der Finanzierungsanteil oberhalb von 80 oder 90 Prozent des Kaufpreises muss oft doppelt so teuer bezahlt werden.
Grundsätzlich gilt, je mehr Eigenmittel aufgebracht werden können, desto geringer ist der Darlehensbetrag, der aufgenommen werden muss. Das schlägt sich positiv auf die Konditionen nieder, weil das Darlehen schneller zurückgezahlt ist und das Risiko für die Bank abnimmt. Die Zinsen sind niedriger. Es lohnt sich fast immer, bis auf eine Sicherheitsreserve, so viel Eigenkapital wie möglich zu mobilisieren, um einen besseren Zinssatz zu erhalten. Die Stiftung Warentest hält unter www.test.de/baufi-tipps Informationen bereit und unter www.test.de/rechner-grenzzinsen einen Finanzrechner.
Banken empfehlen oft eine Eigenkapitalsumme von 20 Prozent. Bei sehr guter Bonität finanzieren sie auch schon bei einer geringeren Eigenkapitalausstattung, in Einzelfällen sogar bis zu 100 Prozent. Eine sogenannte 100-Prozent-Finanzierung bezieht sich immer nur auf den Kaufpreis der Immobilie und nicht auf die Nebenkosten. Zum Kaufpreis hinzurechnen muss der Immobilienkäufer rund 15 Prozent des Kaufpreises für Makler, Notar, Grunderwerbsteuer oder Behördenleistungen.
Angesichts des niedrigen Zinsniveaus sollte man eine langfristige Zinsbindung von mindestens zehn Jahren, besser noch 15 oder 20 Jahren wählen und eine hohe Tilgung vereinbaren.