Die Rate, mit der ein durchschnittlicher Immobilienkredit getilgt wird, hat einen neuen Tiefstwert erreicht. Dafür werden die Darlehen immer höher. Die Tilgungsrate sinkt leicht, während die Zinsfestschreibung zunimmt.
Immobilienkäufer, die jetzt eine Finanzierung brauchen, sollten wissen, dass die Zinsen für Immobilienkredite volatil sind, das heißt: Sie schwanken. Das ist ein guter Grund, sich umzusehen. Im Sommer erreichten die Bauzinsen vorübergehend Höchststände, sanken dann aber wieder.
Die Standardrate hilft dabei, sich einen Überblick zu verschaffen. Sie lag für einen Immobilienkredit in Höhe von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf im Juli bei 460 Euro und im Juni bei 480 Euro.
Insider tun sich derzeit schwer, verlässliche Trends zu erkennen. Sie gehen aber davon aus, dass die Zinsen mittelfristig steigen werden. Eile scheint noch nicht geboten zu sein, weil die EZB die Zinsen mindestens für die nächsten sechs Monate niedrig halten will.
Die durchschnittliche Darlehenshöhe steigt von Monat zu Monat. Um eine Wohnung oder ein Haus zu finanzieren, leihen sich Darlehensnehmer durchschnittlich rund 225.000 Euro. Im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres waren es noch 201.000 Euro, im Sommer 2015 waren es nur 172.000 Euro.
Kreditnehmer in Deutschland sind weiterhin vorsichtig. Sie beherzigen den klugen Rat, lange Zinsbindungen zu wählen. Im laufenden Jahr betrug die Zinsbindung durchschnitt 14 Jahre. Allerdings ging dieser Wert im Juli 2018 auf durchschnittlich 13 Jahre und 10 Monate zurück. Offenbar nimmt die Risikobereitschaft ein wenig zu. Doch im Vergleich der vergangenen fünf Jahre ist die Zinsbindung immer noch lang. Vor fünf Jahren betrug sie durchschnittlich 11 Jahre und 8 Monate. Der anfängliche Tilgungssatz sinkt gegenüber dem Vormonat um 0,08 Prozentpunkte auf 2,77 Prozent und damit auf den niedrigsten Satz seit 2015.