Der F+B Wohn-Index Deutschland zeigt erstmals eine deutliche Tendenz zur Beruhigung des überhitzten Immobilienmarktes. Der Index ist ein Instrument des Forschungsinstitutes F+B, das seit 2004 die Entwicklung der Immobilienarten dokumentiert. Das Institut vergleicht die Preisentwicklung von Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäusern mit den Trends von Neuvertrags- und Bestandsmieten von Wohnungen sowie den Ertragswerten von Mehrfamilienhäusern.

Der Gesamtindex der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien stieg für alle Gemeinden in Deutschland im 2. Quartal 2018 nur noch um 1,6 Prozent im Vergleich zum 1. Quartal. Nach Angaben des Instituts schwächt sich die Wachstumsdynamik bereits seit Anfang 2018 ab.

Eine Ausnahme bildet das Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser, das eine deutlich ansteigende Preisentwicklung verzeichnet. Das Analyseinstitut vermutet als Ursache neben dem niedrigen Zinsniveau und den guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bereits die Auswirkungen des Baukindergeldes, das rückwirkend zum 1. Januar 2018 in Kraft treten soll.

Bei den Kaufpreisen legten Einfamilienhäuser spürbar um 2,6 Prozent zu, eine Entwicklung, die dem bisherigen langjährigen Trend nicht folgt. Die Preise für Eigentumswohnungen stiegen dagegen nur um 1,2 Prozent. Die Preise für Mehrfamilienhäuser stagnierten mit plus 0,2 Prozent fast, genauso wie die Bestandsmieten, die sich mit 0,3 Prozent kaum entwickelten. Das Institut verweist bei den Ursachen dieser Entwicklung auf die rückläufige Fluktuation, möglicherweise sei auch die Diskussion der mietpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung ursächlich. Die Neuvertragsmieten legten bundesweit um 1,3 Prozent zu.

Die Analyse bezieht sich auf das ganze Bundesgebiet und eignet sich gut, um generelle Trends über einen längeren Zeitraum zu erkennen. Extreme Entwicklungen in den Ballungsgebieten oder Schrumpfungsregionen bildet dieser Index nicht ab. Das Institut hat deshalb ein regionales Clustering der Wohnungsmarktentwicklung in insgesamt 26 Regionen bzw. Ballungsräumen neu eingeführt, damit zukünftig die regionale Entwicklung erfasst und ins Verhältnis gesetzt werden.