Die Mieten in den deutschen Großstädten werden zwar immer höher, doch die durchschnittliche Mietkostenbelastung ist seit Mitte der 2000er Jahre relativ konstant geblieben. Das meldet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW): Die Bundesbürger geben gemessen am Haushaltseinkommen nicht mehr Geld für ihre Wohnung aus als vor 20 Jahren. Die Mietkostenbelastung liege seit den 2000er Jahren bei knapp unter 30 Prozent, was in der starken wirtschaftlichen Entwicklung begründet sei. Der Wermutstropfen: Die einkommensschwächsten 20 Prozent der Mieterhaushalte mussten 2017 mehr als 40 Prozent ihres Nettohaushaltseinkommens für die Kaltmiete zahlen – Entspannung ist für diese Gruppe nicht in Sicht.

Die heftigsten Proteste und extremsten Vorschläge für eine neue Mietenpolitik kommen aus Berlin. Dort sind die Mieten seit 2009 um 104 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert in Deutschland. Mit 11,60 Euro pro Quadratmeter liegt die Hauptstadt aber immer noch im Mittelfeld. Mit 18,60 Euro bleibt München die teuerste Stadt, während die Mieter in Dortmund, Essen und Leipzig rund 7,00 Euro pro Quadratmeter zahlen. In Frankfurt am Main zahlen Mieter 14,20 Euro, in Stuttgart 13,00 Euro und in Hamburg 11,80 Euro.

Der hohe Prozentwert bei der Mietsteigerung für Berlin erklärt sich durch den zuletzt starken Zuzug, zahlreiche Sanierungen aber auch durch den niedrigen Ausgangswert von 2009: Damals betrug die Miete noch 5,70 Euro.

Besonders betroffen von hohen Wohnkosten sind außer Mietern in Berlin auch Studenten an fast allen Hochschulstandorten. Im Vorjahresvergleich blieben die Angebotsmieten von Single-Wohnungen in 30 Städten stabil oder sanken sogar leicht, darunter München, Nürnberg und Bremen mit jeweils minus drei Prozent. Besonders in Baden-Württemberg stiegen die Mieten: in Tübingen um 22 Prozent, in Stuttgart um 19 Prozent und in Heidelberg um 14 Prozent. Die höchsten Mieten zahlen Studenten in München mit 690 Euro, die niedrigsten in Chemnitz  mit 180 Euro.