Serielles Bauen ist schon lange keine Nische mehr. Längst werden typi-sierte Module beispielsweise im Klinik-, Schul- oder Kindergartenbau eingesetzt. Die Ergebnisse können sich sehen lassen und reduzieren die Baukosten erheblich. Die Industrie ist auf dem besten Weg, diese Art der Produktion auch häufiger im Wohnungsbau einzusetzen.

Eine Gigafactory im Bereich modulares Bauen ist beispielsweise die Idee von Capital Bay und Daiwa House Modular Europe. Ziel der Zusammenarbeit ist der Aufbau einer industriellen Produktion sowie eines Vertriebs von Gebäudemodulen und Micro Apartments. Zielgruppen für die Nutzung und den Betrieb der Gebäude sind unter anderem Anbieter aus den Bereichen Micro Living und Senior Living.

Wenn man vom Wortgetöse der Werbeaussagen einmal absieht, erscheint das Konzept vielversprechend. „Modulares, industrielles und letztendlich digitalisiertes Bauen ist die Bauform der Zukunft“, sagt George Salden, CEO der Capital Bay Group. „Durch komplett vorgefertigte Gebäudemodule, die auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt werden müssen, können wir 30 bis 50 Prozent Bauzeit einsparen sowie Kosten signifikant senken.“
Überzeugend klingt auch das Statement von Harry van Zandwijk, CEO von Daiwa House Modular Europe: „Wir haben den Anspruch, den ökologischen Fußabdruck beim Bauen möglichst gering zu halten. Durch unsere kreislaufbasierte Bauweise werden die einzelnen Module nach Ende der Nutzungsphase ohne Probleme für neue Bauvorhaben demontiert und wieder verwendet.“

Möglicherweise regt sich Widerstand bei Individualisten, die sich ein einzigartiges Architektenhaus wünschen. Aber heute käme auch niemand mehr auf die Idee, ein Auto als Unikat herzustellen. Um die hohe Wohnungsnachfrage zu decken und den Immobilienmarkt in Deutschland zu entspannen, werden hohe Fertigstellungszahlen gebraucht. Wenn das mit industriellem Bauen gelingt, damit zugleich Umweltstandards „serienmäßig“ erfüllt und eine optimierte Gestaltung ermöglicht wird, sieht das nach einer guten Lösung aus.