Wer ein altes Haus kauft, kann keinen Neubaustandard erwarten. Das gilt auch für den Keller. Feuchtigkeit im Keller ist dann kein Mangel. In einem konkreten Rechtsstreit vor dem Oberlandesgerichts Schleswig ging es um einen im Kaufvertrag als Vorratskeller bezeichneten Kellerraum, dessen Außenwände feucht waren und Salzausblühungen sowie Putzabplatzungen aufwiesen. Dabei handelte es sich nicht um Nässe. Zumindest feuchtigkeitsunempfindliche Vorräte konnten problemlos gelagert werden. Die Nutzung als Vorratsraum war möglich.
Das Gericht (OLG Schleswig, 14.12.2017, Az. 11 U 44/17) kam zu der Ansicht, dass ein Einfamilienhaus, das in den frühen Sechzigerjahren gebaut wurde, typischerweise nicht mehr über eine intakte Abdichtung verfügt und daher Feuchtigkeit in die Kellerräume eindringen kann. Der Käufer könne nicht erwarten, dass der Keller vollständig trocken sei.
Ein Mangel liegt nur dann vor, wenn dem Kellerraum ein bestimmter Zustand zugesichert, dieser aber nicht eingehalten wird. Bei der Bewertung spielen das Alter der Immobilie und die daraus folgenden Abweichungen vom Neuzustand eine ausschlaggebende Rolle.
Bauordnungsrechtlich versteht man unter Kellern Anlagen, die ganz oder überwiegend unter dem angrenzenden Geländeniveau liegen. Bei solchen Hauskellern handelt es sich um Zubehörräume, die in der Regel die Mindesthöhe von 2,30 bis 2,40 Metern (je nach Landesbauordnung) für Wohnräume nicht erreichen und deshalb nicht zum dauernden Aufenthalt für Personen vorgesehen sind. Häufig findet man im Keller oder Untergeschoss auch Hobbyräume. In eine Wohnflächenberechnung können sie nur einbezogen werden, wenn sie Wohnraumqualität besitzen. Ein Vorratskeller muss diese Anforderungen nicht erfüllen. Weitere Bezeichnungen für Kellerräume sind Heizkeller, Waschkeller, Sauna, Spielkeller oder Installationsraum, die dann je nach Angabe ihren Zweck erfüllen müssen.