Allein in der Küche befinden sich jede Menge Haushaltsgeräte, die nur eine begrenzte Gebrauchsdauer haben. In Garage, Hobbykeller oder Wohnzimmer kommen noch etliche hinzu. Geht ein Gerät kaputt, stellt sich die Frage, wie es zu ersetzen ist. Meistens ist die Reparatur im besten Fall genauso teuer wie ein neues Gerät, das zusätzliche Funktionen hat oder schöner aussieht. Wegwerfen und neu kaufen ist die logische Folge. Einige Nachbarländer machen vor, dass es anders geht.

1,96 Millionen Tonnen Elektrogeräte wurden im Jahr 2016 neu angeschafft, lediglich 44,9 Prozent an Altgeräten wurde zurückgenommen, nur 1,34 Prozent zur Wiederverwendung vorbereitet, berichtet das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos. Insbesondere bei Elektronik werden die Produktzyklen immer kürzer.

Die Stadt Graz und das Land Oberösterreich haben nun Förderprogramme zur Reparatur von Haushalts- und Elektrogeräten aufgelegt. Unterstützt wird die Reparatur defekter Geräte durch anerkannte und beim Fördermittelgeber registrierte Dienstleister mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen. Maximal 50 Prozent oder 100 Euro der Reparaturkosten werden übernommen. So können Verbraucher den Produktzyklus ihres alten Gerätes verlängern, ohne sich finanziell schlechter zu stellen.

In Schweden war man schon früher so weit. Bereits vor rund zwei Jahren trat dort ein Gesetz in Kraft, das den Mehrwertsteuersatz auf Reparaturen mehr als halbierte. Die Reparaturen von Fahrrädern, Kleidung oder Schuhen lohnt sich nun wieder. Das Land will die Umwelt schonen und gleichzeitig den Arbeitsmarkt beleben.

Deutschland hat bislang steuerliche Vorteile nur auf haushaltsnahe Dienstleistlungen gewährt. Steuerzahler können beispielsweise die Kosten für die Arbeiten von Hausmeister-, Reinigungs- und Winterdienstfirmen zu 20 Prozent bis höchstens 4.000 Euro von der Einkommenssteuer ziehen.