Die Nachfrage nach Immobilien ist immer noch größer als das Angebot. Unter den sich ändernden Bedingungen des Immobilienmarktes, fragen sich jetzt aber viele Immobilieninteressentinnen und -interessenten, ob es sich lohnt, über den Immobilienpreis zu verhandeln.

In den vergangenen Jahren haben viele Immobilienkäuferinnen und -käufer es nicht gewagt, den geforderten Preis eines Hauses oder einer Wohnung in Frage zu stellen. Sie gingen davon aus, dass es genug andere Kaufwillige gibt, die den Preis akzeptieren und zum Zuge kommen, während sie selbst leer ausgehen. Diese Einstellung ändert sich allmählich.

Tatsächlich gehen Finanzierungsfachleute davon aus, dass Immobilienpreise und Immobilienwerte schon seit einigen Jahren nicht mehr übereinstimmen. Angesichts der bisher niedrigen Zinsen und guten Finanzierbarkeit waren die hohen Immobilienpreise aber leicht durchsetzbar. Erwerberinnen und Erwerber konnten damit rechnen, dass die Preisentwicklung den Erstehungspreis bald überholen und den hohen Kaufpreis rechtfertigen würde.

Inzwischen haben sich die Hypothekenzinsen fast verdreifacht. Der Immobilienkauf will also wohl überdacht sein. In dieser Situation ist es verständlich, wenn es bei den Kaufverhandlungen jetzt wieder mehr um den Preis geht. Der Immobilienvermittler oder die Immobilienmaklerin ist in jedem Fall die richtige Adresse, um auszulosten, wie hoch der Spielraum beim Immobilienpreis ist. Fachwissen, Erfahrung und Marktkenntnisse helfen dabei, die Situation richtig einzuschätzen und einen guten Kompromiss zu finden.

Nach Angaben von ImmoScout24 liegt der erzielbare Preisnachlass zwischen zehn und 15 Prozent, aber auch ein Preisnachlass von bis zu 25 Prozent sei möglich. Modernisierungskosten, veraltete Ausstattung und hohes Alter der Immobilie sind die am häufigsten vorgebrachten Argumente für einen Preisnachlass. Als Argumente bei der Verhandlung nannten die Befragten auch fehlende Ausstattungsmerkmale wie beispielsweise eine Einbauküche, Parkmöglichkeiten, Garage und Keller sowie Balkon oder Garten. Die Lage der Immobilie ist ein preisminderndes Argument, wenn diese vergleichsweise unattraktiv ist.