Der Wohnungsbau ist das beste Mittel gegen den Wohnungsengpass in den Großstädten. Darin sind sich alle einig. Bislang werden die notwendigen Neubauzahlen aber nicht überall erreicht.
Der Wohnungsbestand in Deutschland hat sich im Jahr 2018 nur marginal erhöht. Im Vergleich zum Vorjahr stieg er um 0,6 Prozent beziehungsweise 267.000 Wohnungen auf 42,2 Millionen Wohnungen. Jeder Einwohner hatte im Durchschnitt eine Wohnfläche von 46,7 Quadratmeter zur Verfügung. Laut Studie des IW Institut Köln in Kooperation mit dem Max Planck Institut für Gesellschaftsforschung stagniert erstmals seit Jahrzehnten die durchschnittliche Wohnfläche von Mieterhaushalten in Großstädten, oder sie ging sogar zurück.
Die Entwicklung der Bautätigkeit verläuft je nach Bundesland unterschiedlich. In Baden-Württembergs wurden in der ersten Hälfte 2018 20.823 neue Wohnungen genehmigt, im gleichen Zeitraum dieses Jahres waren es nur noch 18.345 Wohneinheiten. Das entspricht einem deutlichen Rückgang von 11,9 Prozent. Die Rückgänge sind laut Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts, „tendenziell dort besonders deutlich, wo sehr dringend Wohnraum benötigt wird.“ Vor dem Hintergrund eines klar rückläufigen Trends bei den Wohnungsbaugenehmigungen seien laut Prof. Kippes Maßnahmen wie etwa die Verschärfung der Mietpreisbremse sowie eine Verlängerung des Bezugszeitraumes zur Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmieten negativ für die Investitionsbereitschaft in Wohnungen.
In Hamburg entfalten dagegen die gemeinsamen Anstrengungen von Wohnungswirtschaft, Bezirken und Senat weiterhin ihre positive Wirkung. Von Januar bis Juni 2019 wurden Baugenehmigungen für 5.695 Wohneinheiten erteilt. Im ersten Halbjahr des Vorjahres waren es 5.371 Wohneinheiten gewesen. Der große Erfolg im vergangenen Jahr mit 11.243 genehmigten und 10.674 fertiggestellten Wohnungen setzt sich damit fort.