Ende 2017 gab es in Deutschland knapp 42,0 Millionen Wohnungen. Denen standen 41,3 Privathaushalte gegenüber. Nach Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der Privathaushalte bis 2035 auf 43,2 Millionen weiter steigen – nicht nur, weil es mehr Einwohner geben wird, sondern auch, weil die Anzahl der Personen, die einen Haushalt bilden, sinkt. Immer mehr Menschen wollen allein in einer Wohnung leben.
In der Theorie sehen die Zahlen gar nicht so schlecht aus, doch in der Praxis, stehen viele Wohnungen an Orten leer, wo Strukturwandel und Demografie für Abwanderung sorgen. Gleichzeitig entsprechen viele Wohnungen nicht mehr dem modernen Standard und nicht der Größe des Haushaltes, befinden sich im Umbau oder werden umgewidmet.
Die Wohnungswirtschaft geht davon aus, dass jährlich rund 400.000 Wohnungen neu gebaut werden müssten, damit ein Ausgleich entstehen könnte. Davon sind die Neubauzahlen aber weit entfernt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Wohnungsbestand 2017 um 265.000 Wohnungen oder 0,6 Prozent.
Von Januar bis Juni 2018 wurde in Deutschland der Bau von insgesamt 168.500 Wohnungen genehmigt, das waren 0,6 Prozent oder 960 Baugenehmigungen weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Wohnungen, die durch genehmigte Um- und Ausbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden entstehen sollen, sank in den ersten sechs Monaten 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,9 Prozent.
Die Wohnfläche des Wohnungsbestandes belief sich Ende 2017 auf insgesamt knapp 3,9 Milliarden Quadratmeter. Damit vergrößerte sie sich gegenüber dem Jahr 2010 um 4,6 Prozent beziehungsweise 0,2 Milliarden Quadratmeter. Die Wohnfläche je Wohnung betrug Ende 2017 durchschnittlich 91,8 Quadratmeter, die Wohnfläche je Einwohner 46,5 Quadratmeter. Damit haben sich die Wohnfläche je Wohnung seit dem Jahr 2010 um 0,9 Quadratmeter und die Wohnfläche je Einwohner um 1,5 Quadratmeter erhöht.