Immer weniger Haushalte können sich Immobilieneigentum leisten, lautet die Aussage einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Im Jahr 2016 kauften weniger als 600.000 Haushalte ihre erste Wohnimmobilie. 2013 waren es noch knapp 800.000. Der Anteil der Ersterwerber geht besonders in den Großstädten deutlich zurück. Nur knapp 1,2 Prozent der städtischen Haushalte haben 2016 erstmalig Wohneigentum gekauft. Auf dem Land stieg der Anteil dagegen zuletzt wieder leicht auf 1,8 Prozent.
Diese Zahlen sind erstaunlich, denn die Erschwinglichkeit von Immobilien hat sich trotz hoher Immobilienpreise wegen der Niedrigzinsphase insgesamt nicht wesentlich verschlechtert. Nach Informationen des Immobilienverbandes Deutschland IVD liegt sie derzeit auf dem Niveau von 2012.
Durch das Baukindergeld sollen zumindest Familien finanziell entlastet werden. Die Bundesregierung hat ein milliardenschweres Programm beschlossen, das bis Ende 2020 läuft. Die Förderung beträgt 12.000 Euro pro Kind in einem Zeitraum von zehn Jahren. Je nach Anzahl der Kinder gelten Einkommensgrenzen. Die diskutierte Flächenbegrenzung wurde gestrichen.
Das IW-Institut befürchtet, dass von dieser Förderung negative Effekte ausgehen könnten. Denn die Familien würden aller Voraussicht nach das Geld dort ausgeben, wo es sich am meisten lohnt – für Neubauten in strukturschwachen Gebieten. Dort herrsche aber bereits Leerstand, der sich durch die staatliche Förderung dann vergrößern werde.
Dass immer weniger Mieter zu Eigentümern werden, liegt nach Ansicht des IW-Instituts insbesondere an den Erwerbsnebenkosten. Immobilienkäufer brauchen deshalb in Deutschland mehr Ersparnisse als in anderen europäischen Ländern. Das Institut empfiehlt, die Grunderwerbsteuer so zu reformieren, dass Käufer von günstigeren Immobilien entlastet, die von luxuriösen Immobilien dagegen stärker belastet werden.