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Der Wohnungsbestand in Deutschland ist auf einen Tiefststand zusammengeschrumpft. Wohnungssuchende haben es aktuell schwer. Das klassische Angebot geht zurück, die Mieten steigen und die Konditionen werden über immer mehr befristete Mietverträge härter. Abhilfe kann in den Metropolen nur ein größeres Angebot schaffen.
Die Baugenehmigungen für Wohnungen stiegen im Januar 2026 um 8,4 Prozent zum Vorjahresmonat. Das klingt erst einmal gut. Das statistische Bundesamt meldet: In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden im Januar 2026 insgesamt 16.000 Wohnungen genehmigt, das waren 6,0 Prozent oder 900 Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser stieg um 12,6 Prozent, die der Zweifamilienhäuser um 26,1 Prozent. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, wurden 10.500 Neubauwohnungen genehmigt. Das war einen Anstieg um 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Trotz dieser positiven Entwicklung warnt der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) vor überzogenen Erwartungen: „Für Euphorie ist es deutlich zu früh. Entscheidend für eine echte Entspannung am Wohnungsmarkt sind nicht allein steigende Genehmigungszahlen, sondern vor allem mehr Fertigstellungen”, so ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan. Angesichts der hohen Baukosten – diese sind zwischen 2015 und Ende 2023 um rund 60 Prozent gestiegen – müssten dringend wirkungsvolle Maßnahmen ergriffen werden.
Das Bauen müsste erleichtert werden, damit die Baukosten sinken. Ein neuer Basisstandard Wohnen wäre hilfreich. Die Staatsquote von ca. 37 Prozent muss gesenkt werden, zum Beispiel durch den Erlass der Grunderwerbssteuer für den Erwerb der ersten Wohnimmobilie. Wünschenswert wäre außerdem die Einführung von eigenkapitalersetzenden Maßnahmen.
„Erst wenn wir diese strukturellen Hebel entschlossen bewegen, entsteht aus steigenden Genehmigungszahlen tatsächlich neuer Wohnraum”, so Özkan weiter. Indessen hat das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) eine neue Förderrunde seines Innovationsprogramms Zukunft Bau gestartet. Gefördert werden Forschungsprojekte mit Schwerpunkt im Hochbau, die Antworten auf zentrale Herausforderungen des Bauwesens liefern – von steigenden Baukosten bis hin zum Klima- und Ressourcenschutz.





