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Klimawende: Gemeinschaftlich heizen oder autark werden?



Bild: © Frauke Riether, Pixabay

Vielen Bundesbürgern fällt die Entscheidung für eine neue Heizung noch immer schwer. Wer sich – sofern ein Anschluss möglich ist – für Fernwärme entscheidet, setzt auf das Prinzip der Gemeinschaft. Die Wahl einer Wärmepumpe hingegen steht für den Wunsch nach größerer Unabhängigkeit. 

Andere Heizsysteme stehen zunehmend unter Druck oder werden als Übergangslösungen betrachtet. Wer heute eine neue Heizung einbaut, trifft eine Entscheidung für die nächsten 20 Jahre – und damit auch für die künftigen Energiekosten. Die neue Heizkostenprognose von co2online zeigt: Das Heizen mit Gas- oder Ölheizungen wird in den kommenden zwei Jahrzehnten deutlich teurer als mit klimafreundlichen Alternativen wie Wärmepumpen. Über einen Zeitraum von 20 Jahren entstehen laut den Berechnungen Mehrkosten von bis zu 42.000 Euro. Gründe dafür sind steigende CO2-Preise, höhere Netzkosten sowie gesetzlich vorgesehene Beimischungen von Biomethan, Wasserstoff oder Bio-Heizöl. Die sogenannte „Bio-Treppe“ verteuert fossile Heizsysteme zusätzlich.

Knapp drei Viertel der im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäude in Deutschland nutzen inzwischen überwiegend Wärmepumpen zur Wärmeerzeugung, teilt das Statistische Bundesamt mit. Innerhalb von zehn Jahren hat sich ihr Einsatz mehr als verdoppelt. Wärmepumpen nutzen Geo- und Umweltwärme, die zu den erneuerbaren Energiequellen zählen. In Einfamilienhäusern ist diese Technologie stärker verbreitet als in Neubauten mit drei oder mehr Wohnungen.

Die größten Hürden beim Umstieg auf die Wärmepumpe sind nicht technischer, sondern finanzieller Natur. Sorgen über die Abhängigkeit vom Strompreis oder Zweifel an der Technologie spielen eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist vielmehr die Frage: Kann ich mir das leisten, und lohnt sich die Investition in meinem Alter noch? Carolin Friedemann, Geschäftsführerin und Gründerin der Initiative Klimaneutrales Deutschland, sagt: „Die Wärmepumpe hat ein Finanzierungsproblem und kein Akzeptanzproblem.“

Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das sich derzeit noch im Gesetzgebungsverfahren befindet, soll den Heizungstausch vereinfachen und neue Spielräume bei der Wahl von Heizsystemen schaffen.