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Kleine Wohnungen: Warum die Nachfrage weiter wächst

Foto: © Canva, Pixabay

Kleine Wohnungen gehören zu den gefragtesten Segmenten des deutschen Wohnungsmarktes. Ob zur Miete, zur Eigennutzung oder als Kapitalanlage – die Nachfrage steigt seit Jahren kontinuierlich. Verantwortlich dafür sind vor allem der demografische Wandel, veränderte Lebensmodelle und die wachsende Zahl kleiner Haushalte.

Während im Jahr 1871 noch durchschnittlich 4,6 Personen in einem Haushalt lebten, hat sich die Haushaltsstruktur grundlegend verändert. Heute besteht mehr als jeder fünfte Haushalt aus einer Einzelperson. Ihr Anteil stieg von 34 Prozent im Jahr 1994 auf über 42 Prozent im Jahr 2024, in den Großstädten sogar auf rund 55 Prozent. Gründe dafür sind unter anderem die steigende Lebenserwartung, spätere Familiengründungen, mehr Scheidungen, längere Ausbildungszeiten sowie eine höhere berufliche Mobilität und finanzielle Unabhängigkeit.

Besonders in Ballungsräumen trifft die hohe Nachfrage auf ein knappes Angebot. Gesucht werden vor allem bezahlbare Wohnungen mit einer Wohnfläche von etwa 35 bis 55 Quadratmetern. Zwar entstehen inzwischen wieder mehr kleine Wohnungen, häufig handelt es sich jedoch um Micro-Apartments. Diese eignen sich vor allem für Studierende, Berufspendler oder Menschen mit einem zeitlich begrenzten Wohnbedarf. Für dauerhaftes Wohnen sind sie dagegen oft zu klein oder aufgrund ihrer All-inclusive-Mieten vergleichsweise teuer.

Der aktuelle Marktreport der Initiative Micro-Living zeigt, dass sich der Markt weiter ausdifferenziert. Neben klassischen Micro-Apartments gewinnen größere und flexibel nutzbare Wohnkonzepte an Bedeutung. Besonders gefragt sind Angebote für Singles, Young Professionals und Berufspendler, die modernes Wohnen mit zusätzlichen Serviceleistungen verbinden. Für die Jahre 2026 bis 2028 erwarten Marktteilnehmer zudem weitere Mietsteigerungen.

Fazit: Kleine Wohnungen bleiben auf absehbare Zeit ein knappes Gut. Die Zahl der Ein- und Zweipersonenhaushalte wächst weiter, während der Wohnungsneubau den Bedarf nicht decken kann. Wer funktionale und bezahlbare Wohnungen entwickelt oder in dieses Marktsegment investiert, profitiert deshalb langfristig von einer stabil hohen Nachfrage.