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Geringes Eigenkapital bremst Eigentumsbildung mit Immobilien

Foto / Grafik: © Raten-Kauf / Pixabay.jpg

Die Generation der Millennials muss heute doppelt so lange sparen wie die Generation der Babyboomer damals, um ein eigenes Haus oder eine Wohnung zu erwerben. Ursachen dafür sind der massiv gestiegene Eigenkapitalbedarf und die deutlichen Erhöhungen bei den Grunderwerbsteuern.

Das geht aus einer GREIX-Auswertung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft hervor. Ein Generationenvergleich zeigt, dass sich der erforderliche Eigenkapitalanteil beim Immobilienerwerb seit 1980 ungefähr verdoppelt hat. In ihrer Auswertung haben die Forscher Immobilienpreise, Hypothekenkonditionen, Haushaltseinkommen und Kaufnebenkosten von 1980 bis 2024 berücksichtigt. Den kompletten Bericht finden Sie unter www.kielinstitut.de: „(H)ausgeträumt: Eigenkapital als Hindernis zum Eigenheim“.

In den 1980er-Jahren reichte für die Finanzierung einer Eigentumswohnung im Durchschnitt etwa das 1,7-Fache des Jahreseinkommens, heute sind mehr als das Dreifache nötig. Bei Einfamilienhäusern waren in der Hochphase des Immobilienbooms sogar das Siebenfache des Jahreshaushaltseinkommens als Eigenkapital für eine Finanzierung nötig, aktuell liegt der Wert bei mehr als dem Fünffachen. „Mit einer realistischen Sparquote von 20 Prozent des verfügbaren Einkommens müssen Haushalte heute rund 14 Jahre sparen, um das notwendige Eigenkapital zu erreichen“, sagt Jonas Zdrzalek, Mitautor und Projektleiter des GREIX am Kieler Institut.

Die laufenden Kreditbelastungen sind heute trotz stark gestiegener Immobilienpreise nicht signifikant höher als in den 80er-Jahren, da sinkende Zinsen einen Großteil des Preisanstiegs kompensiert haben. 

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass aufgrund des gestiegenen Eigenkapitalbedarfs immer mehr Menschen auf familiäre Transfers wie Schenkungen und Erbschaften angewiesen sind, um ein Eigenheim zu erwerben. Sie sehen darin nicht nur ein Problem des Wohnungsmarkts, sondern auch eine Herausforderung für soziale Mobilität und Generationengerechtigkeit. Sie plädieren für eine grundlegende Reform der Immobilienförderung. Entscheidend sei es, die Einstiegshürden zu senken, beispielsweise durch eine deutliche Senkung der Grunderwerbsteuer.