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Der Erwerb von Wohneigentum sichert den Vermögensaufbau, ist eine gute Altersvorsorge und mindert die Wohnkostenbelastung. Doch mancherorts müssen Erwerber:innen 28 Jahre sparen, um sich Immobilieneigentum leisten zu können. Warum dauert das so lange?
Die Sparzeit für den gesamten Eigenkapitalbedarf für Wohneigentum variiert zwischen den Kreisen in Deutschland enorm: von 3,79 Jahren im Kyffhäuserkreis in Thüringen bis zu 27,55 Jahren im Landkreis Starnberg bei München. Ein erheblicher Teil entfällt dabei auf die Erwerbsnebenkosten, die sich je nach Bundesland aufgrund der Grunderwerbsteuer stark unterscheiden. Das zeigt die neue GREIX-Studie des Kiel Instituts für Weltwirtschaft.
Der Bericht „(H)ausquartiert: Regionale Unterschiede beim Zugang zu Wohneigentum“ (www.kielinstitut.de) zeigt auf, dass der Eigenkapitalbedarf die zentrale Hürde beim Immobilienerwerb darstellt. Die Berechnungen basieren auf einer Bruttosparquote von 20 Prozent des verfügbaren Einkommens und einem Zinssatz von 1,7 Prozent. Im Zeitraum von 2015 bis 2024 betrug die Sparzeit im Median für das notwendige Eigenkapital 9,37 Jahre, wobei erhebliche regionale Unterschiede festgestellt wurden. Einen wesentlichen Teil der Einstiegshürde machen die Erwerbsnebenkosten aus, zu denen die Grunderwerbsteuer sowie Notar- und Grundbuchkosten zählen. Im Median entfallen auf diese Kosten 1,46 Jahre der Sparzeit, was mehr als 15 Prozent des gesamten Eigenkapitalbedarfs entspricht.
Die regionale Karte sieht anders aus, wenn man nur auf die Erwerbsnebenkosten schaut. Während bei der Gesamthürde hochpreisige Regionen rund um die bayerische Landeshauptstadt München vorne stehen, rücken bei den Nebenkosten teure Städte aus Bundesländern mit hohen Grunderwerbsteuern nach vorne wie Berlin, Düsseldorf oder Frankfurt. Da die Grunderwerbsteuer von den Bundesländern festgelegt wird, entstehen Belastungsunterschiede, die nicht allein auf die Marktpreise zurückzuführen sind.
Die Hürde entsteht nicht nur durch Preise, sondern durch politisch gesetzte Nebenkosten. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass die Politik den Zugang zu Wohneigentum erleichtern könnte, beispielsweise durch gezielte Entlastungen bei der Grunderwerbsteuer für selbstnutzende Erstkäufer.





