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Der Blick auf den Wohnungsbau zeichnet derzeit ein Stimmungsbild der ganzen Immobilienwirtschaft. Es gibt viel zu wenig Wohnungen. Die Suche nach einer geeigneten Bleibe gestaltet sich besonders für Mieter schwer. Forcierter Wohnungsbau könnte den Engpass mildern, doch die allgemeine wirtschaftliche Lage bremst alle Aktivitäten.
Die Zahlen im Wohnungsbau vermitteln zumindest einen vorsichtigen Hoffnungsschimmer, aber es bleibt die Frage, wie tragfähig der Aufschwung ist. Das Statistische Bundesamt meldet für den Februar 2026 mit 22.200 genehmigten Wohnungen einen Anstieg von 24,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei Mehrfamilienhäusern summiert sich die Zahl der Genehmigungen auf 21.900 Wohnungen, das ist ein Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Die Stimmung im Wohnungsbau hatte sich im März verschlechtert. Das Geschäftsklima sank von minus 17,7 auf minus 19,5 Punkte. Dies war auf merklich pessimistischere Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage wird hingegen etwas besser beurteilt. „Die Sorge vor wieder steigenden Zinsen belastet die Erwartungen im Wohnungsbau“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Umfragen im ifo-Institut. „Höhere Finanzierungskosten würden die Ambitionen vieler Haushalte beim Hausbau wieder dämpfen.“
Erste Lichtblicke machen Mut: Die Auftragslage entspannt sich langsam. Der Anteil der Unternehmen, die über zu wenig Aufträge berichten, ging deutlich zurück – auf 43,4 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit Juli 2023. Grund dafür ist ein Anstieg der Baugenehmigungen in jüngster Zeit. Auch die Stornierungen nahmen ab und lagen zuletzt bei 10,8 Prozent. „Die Auftragslage verbessert sich langsam, aber die Unsicherheit bleibt hoch“, so Wohlrabe.
„Grundsätzlich ist eine positive Tendenz bei den Baugenehmigungen eine gute Nachricht, die uns aber nicht über den Ernst der Lage hinwegtäuschen sollte. Fakt bleibt: Es wird immer noch viel zu wenig gebaut. Und genehmigt heißt nicht begonnen. Der eingeschlagene Weg, Bauen wieder einfacher und günstiger zu machen, muss konsequent weitergegangen werden“, betont der Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen BFW, Dirk Salewski, in Berlin.





